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Ladetarife für E-Autos 2026: ADAC-Studie zeigt große Preisspannen

Wer sein E-Auto an einer öffentlichen Station lädt, trifft 2026 auf sehr unterschiedliche Tarife — je nach Anbieter, Tarifmodell und Ladeart. Der ADAC hat die wichtigsten Angebote im neuen Marktvergleich zusammengefasst (Stand: April 2026): Laut Bundesnetzagentur gibt es inzwischen über 149.000 Normalladepunkte und mehr als 51.200 Schnellladepunkte in Deutschland — und genau hier verliert so mancher E-Auto-Fahrende den Überblick über die Preise.

Die Tarifmodelle im Detail

Im Kern unterscheiden sich die Anbieter in drei Punkten: Grundgebühr, Abrechnungsart und Ladeart. Einige Provider verlangen monatliche Kosten dafür, dass ihre Säulen im ganzen Netz nutzbar sind — andere arbeiten ganz ohne Grundgebühr, etwa der ADAC mit dem Angebot ADAC e-Charge: ADAC-Mitglieder zahlen dort keine Grundgebühr. Daneben unterscheiden sich die Tarife nach Standzeit-Aufschlägen pro Minute, nach der Ladeart (AC, DC, HPC) und nach dem Zugangsweg: Ladekarte, App oder reine Ad-hoc-Zahlung.

Die entscheidende Faustregel aus dem ADAC-Vergleich: Vertragsbindung zahlt sich aus. Wer sich per Vertrag an einen Anbieter bindet, zahlt an dessen Partnersäulen überall den gleichen Preis — und meist deutlich weniger als bei einem spontanen Ad-hoc-Ladevorgang.

Gut zu wissen

Nicht immer ist das Unternehmen, das die Ladesäule betreibt, auch der, der den Ladevorgang abrechnet. Über (E-)Roaming schaltet dein Tarifanbieter dich an die Netze verschiedener Betreiber frei und stellt eine einzige Rechnung — so sparst du dir mehrere Apps und Karten.

Preise im Vergleich: bis zu 62 % Unterschied

Die Spanne ist groß: Nach der ADAC-Untersuchung kann Ad-hoc-Laden bis zu 62 Prozent teurer sein als ein vertragsbasierter Tarif ohne Grundgebühr. Konkret heißt das an der Autobahn: Statt 52 Cent pro Kilowattstunde können es schnell 84 Cent werden.

Seit den massiv gestiegenen Stromkosten im Jahr 2022 haben die meisten Anbieter die Preise deutlich angehoben — einige um fast ein Drittel. Unter rund 50 Cent pro kWh erhalten E-Auto-Fahrende unterwegs nur selten Energie. Die in den letzten Monaten gesunkenen Stromkosten kommen nur langsam bei den Verbrauchern an.

Neues Feld: dynamische Ladepreise

Ein Trend ist seit Mitte 2025 spürbar: Immer mehr Netzwerke experimentieren mit Preisen, die sich an Angebot und Nachfrage der Strombörse orientieren — wie bei einem dynamischen Tarif fürs Zuhause.

Shell Recharge

Seit Juni 2025: an über 1600 Ladepunkten richten sich die Preise nach der Strombörse. Je nach Tageszeit schwankt der Preis — mittags und nachts oft günstiger, am frühen Abend teurer. Die Preise zeigt die App.

Enercity (Pilot)

In Hannover testen ausgewählte Stationen stündlich wechselnde Ad-hoc-Preise: vor allem nachts deutlich günstiger, mit bis zu 45 % Ersparnis gegenüber der Kreditkarten-Zahlung. Die Preise werden 24 Stunden im Voraus veröffentlicht.

Mer (Pilot)

In Deutschland und Österreich adaptiert sich das Smart-Pricing per KI an die Auslastung der Station, die Nachfrage und die Verkehrslage — wenn weniger los ist, lädt es sich günstiger.

Roaming-Netzwerke verschmelzen

Für alle, die häufig weit abseits ihrer Region oder im Ausland laden, tut sich etwas: Die vier Ladenetzbetreiber Ionity, Fastned, Electra und Atlante machen seit Juli 2025 gemeinsam Sache — zuerst als „Spark Alliance“, inzwischen als Charge League. Registrierte Fahrer erhalten damit Zugang zu mehr als 1700 Ladestationen mit über 11.000 Ladepunkten in 25 Ländern. Ein Vertrag mit einem (oder mehreren) Roaming-Anbietern spart so einzelne Apps und Karten und bündelt die vielen Netze unter einem Zugang.

Preise und Abrechnung: die Regeln 2026

Neben den Preisen selbst sind die Rahmenbedingungen verbraucherfreundlich geworden:

  • Korrekte Messung und Abrechnung in Kilowattstunden ist Pflicht; jeder Ladevorgang muss nachvollziehbar dokumentiert werden (Mess- und Eichrecht).
  • Ad-hoc-Preise vor dem Laden sichtbar: an öffentlichen Säulen, die seit dem 13. April 2024 in Betrieb gehen, müssen die Preise laut Bundesnetzagentur vor Beginn des Ladevorgangs erkennbar ausgewiesen sein.
  • Extragebühren sauber getrennt: eine Blockiergebühr, Standzeitpauschale oder Ladevorgangspauschale dürfen nur zusätzlich und separat ausgewiesen erhoben werden. Zeit- oder pauschal-basierte Abrechnung als einziges Entgelt ist inzwischen nicht mehr regelkonform.

Fazit: Tarif zählt mehr als Säule

Die Ladeinfrastruktur ist groß, aber die Tarife sind entscheidend. Vertragskunden zahlen am wenigsten, Ad-hoc-Laden am meisten — und dynamische Preise rücken erstmals in den Mittelpunkt. Wer den passenden Tarif für die eigene Route nicht selbst herausrechnen will, findet die passende Ladekarten-Empfehlung mit Routenvorschlägen in der LadeGuide-App.

LadeGuide hält die Tarife im Blick

Wir berichten, wenn sich die Preise bei den großen Anbietern bewegen — und was das für deinen Lade-Alltag bedeutet.

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Quellen

  1. ADAC – „Ladetarife für Elektroautos 2026: Anbieter und Kosten im Vergleich“, Rund um das Fahrzeug › E-Mobilität › Laden, Stand April 2026: adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/laden/elektroauto-ladesaeulen-strompreise