Was ist ein Charge Point Operator (CPO)?

Warum dir der CPO etwas angeht

Hinter jeder Ladesäule, an der du lädst, arbeitet unsichtbar ein Charge Point Operator (CPO) — und ein paar weitere Akteure. Sie entscheiden mit, ob die Station lädt, was die Ad-hoc-Bezahlung kostet und welche Ladekarten funktionieren.

1. Definition: CPO heißt „Ladepunktbetreiber“

Charge Point Operator , kurz CPO, bedeutet „Ladepunktbetreiber“ — auf Deutsch: der Betreiber der Ladeinfrastruktur. Vereinfacht ausgedrückt stellt ein CPO sicher, dass das Laden eines Elektroautos möglichst reibungslos verläuft.

Typische Aufgaben eines CPO sind:

Wichtig: Der CPO muss nicht gleichzeitig der Eigentümer der Station sein. Eigentümerin des Geländes — und damit Initiatorin des Anbieters — kann eine Immobiliengeseellschaft, ein Supermarkt oder eine Gemeinde sein; die eigentliche Betriebsverantwortung trägt dann der CPO.

2. So funktioniert es

Jede Ladestation ist über das Internet mit dem IT-Backend eines CPOs verbunden. Dieses System ermöglicht die Überwachung von Ladevorgängen, die Abrechnung und das Management der Ladepunkte. Gleichzeitig kommuniziert das Backend mit anderen Systemen — zum Beispiel mit Zahlungsdienstleistern (PSP). Das Bezahlen an der Ladestation soll ja problemlos funktionieren.

Ein weiterer zentraler Aufgabenbereich des CPO ist die Festlegung der Ladepreise. Dabei handelt es sich um die Kosten, die du für einen Ladevorgang bezahlt. Diese Preise können je nach Standort und Ladeleistung unterschiedlich sein.

Schließlich ist auch der CPO dafür verantwortlich, die eigenen Ladestationen mit anderen Mobilitätsdienstleistern zu vernetzen. Das geschieht in der Regel über Roaming-Plattformen (z. B. Hubject WAVE, Gireve) und garantiert, dass Ladepunkte verschiedener Betreiber mit unterschiedlichen Ladekarten genutzt werden können.

3. CPO vs. eMSP — der Unterschied

Die Begriffe werden allzu leicht verwechselt. Kurz gesagt ist der eMSP der Ladekartenanbieter: Er ermöglicht den Zugang zur Ladeinfrastruktur, während der CPO die eigentliche Infrastruktur betreibt.

Aspekt CPO (Ladepunktbetreiber) eMSP (Ladekartenanbieter)
Fokus Ladehardware, Betrieb, Technik Vertrag, Kundenzugang, Abrechnung
Aufgaben betreiben, überwachen, warten, Störungsbeseitigung, Preisfestlegung am Ladepunkte, Ad-hoc-Bezahlung Zugang per App und/oder RFID-Ladekarte, Tarif mit vertraglich festgelegten Preisen, Roaming über CPO-Grenze, Rechnung an den Endkunden
Wo du es siehst An der Säule: Preis, Terminal, QR-Code In deiner App und auf der Rechnung
Typische Beispiele IONITY, Fastned, Aral pulse, EnBW, Shell, Stadtwerke ADAC e-Charge, EnBW mobility+, E.ON e.Charge, Flix Mobility

Der E-Mobility Service Provider (eMSP) — auch EMP (E-Mobility Provider) oder Mobile Billing Provider (MBS) genannt — ist der Fahrstromanbieter: Über Roaming-Plattformen arbeitet er mit CPOs zusammen und wickelt die Abrechnung mit dem Endkunden ab.

Und die Kombination ist möglich: Ein Unternehmen kann beide Rollen gleichzeitig übernehmen — also sowohl als CPO als auch als eMSP fungieren (wie z. B. EnBW oder E.ON).

4. Wer ist alles am Ladevorgang beteiligt?

Zwischen Ladesäule und deiner Rechnung laufen je nach Bezahlsystem mehrere Rollen durch. Alle acht auf einen Blick:

Rolle Abkürzung / Beispiele Funktion
Eigentümer der Ladestation Immobiliengesellschaft, Supermarkt, Gemeinde bestimmt, wo geladen wird (Gelände, Standort, Investitionsentscheidung)
Charge Point Operator CPO — z. B. IONITY, Fastned, Aral pulse betreibt, überwacht und wartet die Ladesäule; legt die Preise am Ladepunkte fest
eMSP E-Mobility Service Provider — z. B. ADAC, EnBW, E.ON bietet Ladeverträge an: Zugang per App und/oder Ladekarte
PSP Payment Service Provider — z. B. Visa, Mastercard verarbeitet die Kredit-/Debit-Kartenbezahlung an der Station
Roaming-Plattform z. B. Hubject (WAVE), Gireve vernetzt eMSPs und CPOs: Roaming-Vereinbarungen, Freischaltung, Datenaustausch
Clearing-Haus z. B. e.clearing (DE) rechnet geladene Ladevorgänge zwischen den Partnern ab
Ad-hoc-Ladedienstleister Kartenloses Laden (Terminal / QR-Code) ermöglicht Laden ohne vorherigen Vertrag, direkt an der Station
Endnutzer du lässt das Fahrzeug aufladen, per Ladekarte per Card oder einfach ad-hoc per Karte; erhält die Rechnung

Nicht jedes Mal alle acht

Wie viele Rollen aktiv werden, hängt von deinem Weg ab: Lade du per Ad-hoc-Schalter, sind nur CPO, PSP und du beteiligt. Lade du per Ladekarte mit Roaming, schaltet sich zusätzlich die Roaming-Plattform ein. Die Abrechnung läuft dann über den eMSP an dich.

5. Was das für dich konkret bedeutet

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Dein richtiger Preis liegt beim eMSP

Der CPO legt den Ad-hoc-Preis am Ladepunkte fest — dein eMSP-Vertrag hat häufig günstigere Konditionen, inklusive Roaming. Vor dem Laden lohnt ein Blick in den Vertrag.

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Station down?

Technische Störungen, Wartung und Verfügbarkeit sind CPO-Angelegenheit. Bei Ad-hoc-Bezahlung wendest du dich an den Betreiber — bei Vertragsladen hilft zunächst dein eMSP-Support.

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Warum sich die Station überhaupt finden lässt

Ladepunkt-Daten für Navigations-Apps kommen aus dem Backend des CPO. Seit der AFIR-Regelung müssen CPOs diese Daten über den nationalen Datenzugangspunkt (Mobilithek) offenlegen.

6. Wie kommuniziert die Station mit dem CPO?

Die Antwort: über den offenen Standard OCPP (Open Charge Point Protocol). Er ist die gemeinsame „Sprache“ zwischen Ladeinfrastruktur und Backend und macht Ladestationen verschiedener Hersteller für CPOs austauschbar.

Was OCPP genau ist und warum eine OCPP-Schnittstelle für dich als Fahrer wichtig ist →

LadeGuide kalkuliert, welche Ladesäule mit welchem Tarif am günstigsten für dich ist

CPO-Preise, eMSP-Tarife, Ad-hoc-Schwankungen — die App kombiniert alles und rechnet dir deine günstigere Option aus.

Mehr erfahren

Quellen

  1. Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur: Glossar (CPO, EMP/eMSP, Ladevorgang)
  2. Next Mobility: CPO und eMSP: Rollenverständnis, Interoperabilität und die neue Marktlogik durch AFIR
  3. Bundesnetzagentur: Öffentliche Ladeinfrastruktur — Pflichten und Ad-hoc-Laden (AFIR)