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Lkw-Schnellladenetz geht in die Umsetzung: 4.200 Ladepunkte für E-Lkw

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Das bundesweite Schnellladenetz für batterieelektrische Lkw verlässt die Planungsphase: Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat auf der IAA Transportation in Hannover am 15. September 2026 gemeinsam mit Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), und Prof. Dr. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), den Start der Umsetzungsphase bekannt gegeben. Der Bund stellt dafür rund 1 Milliarde Euro bereit.

„Wir stellen daher für den Aufbau eines Lkw-Schnellladenetzes rund eine Milliarde Euro zur Verfügung und starten jetzt mit der konkreten Umsetzung von Schnellladesäulen an 124 unbewirtschafteten Rastanlagen“, erklärte Bilger. Das Netz soll E-Lkw künftig entlang der Hauptachsen des Güterverkehrs versorgen — sowohl beim schnellen Zwischenladen während gesetzlicher Fahrtunterbrechungen als auch beim Übernachtladen während längerer Ruhezeiten.

Das Netz in 30 Sekunden

Rund 4.200 Ladepunkte an rund 350 Standorten (225 bewirtschaftete + 124 unbewirtschaftete Rastanlagen) · ~1.800 Ladepunkte MCS (Megawatt Charging System) + ~2.400 CCS (Combined Charging System) · Phase 1: 836 Ladepunkte an 124 unbewirtschafteten Rastanlagen, Vergabe Ende Juni 2026 an fünf Betreiber · rund 1 Mrd. € Bundesförderung · Ziel: Vollausbau bis 2030.

Umfang des Netzes

Nach aktuellem Planungsstand umfasst das Lkw-Schnellladenetz rund 350 Standorte auf bundeseigenen Flächen entlang der Bundesautobahnen. Die Verteilung der Ladeleistung über zwei Standards sieht so aus:

Aspekt Detail
Ladepunkte gesamt ~4.200 (bis 2030)
Standorte gesamt ~350 (225 bewirtschaftete + 124 unbewirtschaftete Rastanlagen)
Ladestandards ~1.800 MCS (Megawatt Charging System) + ~2.400 CCS (Combined Charging System)
Phase 1 (gestartet) 836 Ladepunkte an 124 unbewirtschafteten Rastanlagen (447 MCS + 389 CCS)
Auftragnehmer Phase 1 Fünf Betreiber, Vergabe Ende Juni 2026

MCS (Megawatt Charging System) ermöglicht Ladeleistungen über 1 MW und kann schwere Lkw in 20–45 Minuten aufladen — damit wird das Laden in Lenkpausen für die Speditionspraxis realistisch.

Zeitplan & nächste Schritte

  • Auftragsvergabe Phase 1 (erledigt): Ende Juni 2026 hat die Autobahn GmbH des Bundes die ersten 836 Ladepunkte an 124 unbewirtschafteten Rastanlagen an fünf Betreiber vergeben — die standortspezifische Planung läuft jetzt an.
  • Erste Ladeparks: Ab 2027 sollen die ersten Ladeparks in Betrieb gehen (Zeitrahmen, den einzelne Betreiber nennen).
  • Phase 2 (in Vorbereitung): Die zweite Ausschreibung für die 225 bewirtschafteten Rastanlagen ist laut BMV bereits in Vorbereitung.
  • Vollausbau: Bis 2030 sollen alle ~4.200 Ladepunkte an den rund 350 Standorten stehen.

Warum zwei Ladearten?

MCS (Megawatt Charging System) ermöglicht Ladeleistungen über 1 MW — damit kann ein schwerer Lkw in 20–45 Minuten geladen werden, z. B. in der Lenkpause. CCS (Combined Charging System) ist der etablierte Standard, der die breitere Flotte abdeckt. Beides zusammen macht aus dem Netz eine lückenlose Versorgung für den elektrischen Straßengüterverkehr — heute und für die kommenden Fahrzeuggenerationen.

Wer steckt hinter dem Netz?

Das Schnellladenetz wurde vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) gemeinsam mit der Autobahn GmbH des Bundes und der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur im Dach der NOW GmbH konzipiert. Die Nationale Leitstelle unterstützt das BMV bei Konzeption und Umsetzung; Grundlage waren umfangreiche Daten und Modellierungen zum erwarteten Ladebedarf des künftigen elektrischen Schwerlastverkehrs.

Die Branche begrüßt den Start — und drängt gleichzeitig auf Tempo: Hildegard Müller (VDA) betont, dass die mangelnden öffentlichen Lademöglichkeiten aktuell der wichtigste Hemmschuh für den Markthochlauf von E-Lkw seien. Prof. Dr. Dirk Engelhardt (BGL) fordert, dass der Ausbau jetzt schnell vorankommt und Ladepunkte, leistungsfähige Netzanschlüsse und der tatsächliche Bedarf der Transportwirtschaft zusammen gedacht werden.

Hintergrund: Warum das Netz jetzt kommt

Das Lkw-Schnellladenetz gilt als zentrale Voraussetzung dafür, dass der Umstieg auf batterieelektrische Lkw für Speditionsunternehmen wirtschaftlich tragfähig wird. Die Infrastruktur ist explizit auf die Anforderungen des elektrischen Straßengüterverkehrs ausgerichtet — und damit eine der wichtigsten infrastrukturellen Voraussetzungen für den Markthochlauf batterieelektrischer Lkw in Deutschland.

LadeGuide folgt der Umsetzung

Neue Ladepunkte, Betreiber-Updates und was sie für deine Ladeplanung bedeuten — wir halten dir das Lade-Netzwerk im Blick.

Auf die Warteliste

Quellen

  1. BMV, Pressemitteilung 087/2026 — „Bilger: Bundesweites Lkw-Schnellladenetz geht in die Umsetzung“, 15. September 2026: bmv.de — Pressemitteilung 087/2026
  2. Nfz-Messe (HUSS-Verlag) — „Bilger: Bundesweites Lkw-Schnellladenetz geht in die Umsetzung – 350 Stationen an Autobahnen geplant“, 15. September 2026: nfz-messe.com — IAA-Transportation-Artikel
  3. heise autos — „Bund beginnt mit Aufbau von Lkw-Schnellladenetz entlang der Autobahnen“: heise.de — Lkw-Schnellladenetz-Aufbau