Ladeinfrastruktur: Auslastung steigt deutlich
Betreiber berichten von Rekord-Auslastung
Mehrere Betreiber melden seit Jahresbeginn einen deutlichen Anstieg der Ladeauslastung. Vattenfall berichtet über rund zwei Drittel mehr geladenen Strom an seinen deutschen Ladepunkten als im gesamten Vorjahr; Vattenfall InCharge selbst beziffert den Anstieg der geladenen Energiemenge auf rund 65 Prozent — den bislang höchsten Wert im deutschen Netz. Besonders dynamisch: bereits bis Ende August wurden über die Schnellladepunkte mehr als 10 GWh Strom nachgeladen — das entspricht einer Fahrleistung von rund 55 Millionen Kilometern und übertraf damit den Gesamtwert des Jahres 2025 nach acht Monaten um 47 Prozent.
EWE meldet 30 Prozent höhere Auslastung: „Unsere Ladepunkte sind durchschnittlich 30 Prozent mehr ausgelastet als im letzten Jahr. “ Auch E.ON, EnBW und Aral bestätigen den Trend — EnBW spricht von einer auf niedrigem Niveau „generell sehr gut“ entwickelnden Auslastung, E.ON von „grundsätzlich zunehmender Nutzung der öffentlichen Ladeinfrastruktur“, Aral (ein Marke des BP-Konzerns) berichtet von steigender Auslastung der Schnellladesäulen. Begründet wird die Entwicklung durch steigende E-Auto-Zulassungen und die hohen Kraftstoffpreise.
Zahlen im Blick
Vattenfall: rund +65 % geladener Strom seit Jahresbeginn · EWE: +30 % Auslastung gegenüber dem Vorjahr · Bundesnetzagentur: 118.062 Ladesäulen, 9,2 Millionen kW Ladeleistung (Anfang August 2026) · BDEW: 2025 im Schnitt nur 12 % der öffentlichen Ladepunkte zeitgleich belegt.
Das Ladenetz wächst: 118.062 Ladesäulen, 9,2 Millionen kW
Parallel zur steigenden Nachfrage wächst die Infrastruktur: Laut der Bundesnetzagentur gab es in Deutschland Anfang August 118.062 Ladesäulen — ein Anstieg um 16 Prozent innerhalb eines Jahres. Die Ladeleistung aller Säulen beziffert die Behörde auf 9,2 Millionen Kilowatt, 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auf die fünf größten Betreiber — EnBW, E.ON, Tesla, EWE und BP — entfallen mehr als 28.000 dieser Ladesäulen, an denen mehrere Fahrzeuge nebeneinander laden können.
Die Nachfrage hinkt dem Ausbau weiter hinterher: Dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zufolge waren 2025 im Schnitt nur zwölf Prozent der öffentlichen Ladepunkte zeitgleich belegt. Für die Praxis heißt das: In den meisten Regionen gibt es nach wie vor Puffer — die hohen Auslastungswerte der Betreiber zeigen aber, dass die freie Kapazität spürbar schrumpft.
Ein Überblick über den Ausbau des deutschen Ladenetzes, die Schnellladerouten und die AFIR-Pflichten bis 2027 findest du in unserem Ratgeber Ladenetz Deutschland.
Autohersteller verdoppeln Ladepunkte in neun Monaten
Ein Konsortium großer Automobilhersteller hat seine Ladepunkte innerhalb von neun Monaten verdoppelt — gemessen am Tesla-Netz bleibt das Angebot jedoch deutlich kleiner. Der Verbund will mit dem Ausbau genau jenes Hindernis angehen, das den E-Auto-Hochlauf bremst: die lückenhafte Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur; im Vergleich zum Supercharger-Netz spielt die Größe des Verbunds noch kaum eine Rolle.
Die Zusammenarbeit ist ein Signal, dass das Ladenetz mit dem Fahrzeugbestand mitwachsen muss: Die Branche begreift die Ladeinfrastruktur inzwischen als gemeinsame Aufgabe statt als reinen Wettbewerbsvorteil — ein positiver Kurs für alle, die täglich öffentlich laden.
Was das für dich bedeutet
Höhere Auslastung heißt vor allem an Schnellladerouten: beliebte Säulen sind zu Spitzenzeiten öfter belegt. Wer Routen mit Ladestopps plant, sollte früh rechnen — LadeGuide plant deine Strecke mit den passenden Ladekarten, passenden Stationen und realistischen Zeiten, damit du auch bei wachsender Nachfrage planbar lädst.